Die Direct Hair Implantation (DHI) gehört zu den Weiterentwicklungen der modernen Haartransplantation und wird häufig im Zusammenhang mit minimalinvasiven Verfahren genannt. Der Ansatz verspricht eine präzisere Implantation einzelner Haarfollikel – setzt aber zugleich ein hohes Maß an chirurgischer Expertise voraus und ist nicht für jede Form von Haarausfall gleichermaßen geeignet.
Einordnung: Haartransplantation heute
Der androgene Haarausfall (Alopezie) ist eine der häufigsten Ursachen für Haarverlust bei Männern und Frauen. Neben medikamentösen Therapien wie Minoxidil oder Finasterid haben sich chirurgische Verfahren etabliert, bei denen eigenständige Haarfollikel aus einem Spenderbereich (meist Hinterkopf) in kahle oder lichtende Areale verpflanzt werden. International verbreitet sind vor allem FUE (Follicular Unit Extraction) und – seltener – FUT (Follicular Unit Transplantation). DHI wird in der Fachliteratur häufig als Variante bzw. Modifikation der FUE beschrieben.
Was bedeutet „DHI“ genau?
DHI steht für Direct Hair Implantation. Gemeint ist kein völlig eigenständiges Verfahren, sondern eine spezifische Technik der Entnahme und Implantation einzelner follikulärer Einheiten. Charakteristisch ist der Einsatz eines speziellen Implantationsstifts (meist als „Choi-Implanter“ bezeichnet), mit dem Follikel direkt in die Kopfhaut eingesetzt werden, ohne dass zuvor separate Empfangskanäle mit einer Klinge oder Nadel angelegt werden.
Mehr über die Haartransplantation mit der DHI-Methode erfahren Sie in einem Artikel im Flymedica-Blog: https://flymedica.com/de/was-ist-eine-dhi-haartransplantation-in-der-tuerkei/.
DHI im internationalen Kontext
Viele Patientinnen und Patienten vergleichen heute Behandlungsangebote in verschiedenen Ländern hinsichtlich Kosten, Technik und Erfahrung. Dabei wird eine Haartransplantation in der Türkei häufig als eine von mehreren Optionen diskutiert, die realistisch in Betracht gezogen werden. Weitere Informationen zur Haartransplantation Türkei finden Sie unter: https://flymedica.com/de/haartransplantation-tuerkei/.
Wie funktioniert der Ablauf?
- Entnahme (Extraction):
Einzelne follikuläre Einheiten werden in der Regel mit feinen Hohlnadeln aus dem Spenderbereich entnommen. Dieser Schritt ähnelt der klassischen FUE. - Vorbereitung der Grafts:
Die entnommenen Follikel werden unter sterilen Bedingungen sortiert und geprüft. Die Zeit außerhalb des Körpers (Ischämiezeit) ist ein wichtiger Faktor für die Überlebensrate der Grafts. - Direkte Implantation:
Die Follikel werden in den Implantationsstift geladen und unmittelbar in die Empfängerzone eingebracht. Tiefe, Winkel und Richtung werden manuell gesteuert, was eine hohe Präzision erfordert.
Warum wird DHI eingesetzt? – Mögliche Vorteile
Aus wissenschaftlicher Sicht werden mit DHI vor allem drei potenzielle Vorteile diskutiert:
- Kontrollierte Platzierung: Der Implantationsstift erlaubt eine präzise Steuerung von Winkel und Tiefe, was für ein natürliches Erscheinungsbild relevant sein kann.
- Reduzierte Manipulation der Kopfhaut: Da keine separaten Schnitte zur Kanalöffnung nötig sind, kann die mechanische Belastung des Gewebes geringer ausfallen.
- Dichte Implantation in bestimmten Arealen: Bei geeigneter Indikation können engere Abstände zwischen den Grafts realisiert werden.
Diese Punkte sind jedoch stark abhängig von Erfahrung, Training und Arbeitsweise des medizinischen Teams.
Grenzen und Risiken der Methode
Wie alle chirurgischen Eingriffe ist auch DHI nicht frei von Risiken. In der Literatur werden u. a. beschrieben:
- Postoperative Schwellungen und Rötungen im Empfängerbereich
- Shock Loss (vorübergehender Haarausfall in angrenzenden Bereichen)
- Ungleichmäßiges Anwachsen einzelner Grafts, wenn die Technik nicht optimal ausgeführt wird
- Narbenbildung oder Entzündungen (selten, aber möglich)
- Begrenzte Eignung bei sehr lockigem Haar oder sehr feiner Spenderdichte
Zudem ist die Methode technisch anspruchsvoll und zeitintensiv, was den Behandlungserfolg maßgeblich beeinflussen kann.
Warum variieren die Ergebnisse?
Das Anwachsen verpflanzter Haare hängt von mehreren Faktoren ab, darunter:
- Qualität und Dichte des Spenderbereichs
- Ischämiezeit der Follikel
- postoperative Wundheilung
- individuelle biologische Faktoren (z. B. Durchblutung, Entzündungsneigung)
- Erfahrung des Operateurs
Daher können Resultate selbst bei vergleichbaren Ausgangssituationen deutlich unterschiedlich ausfallen.
DHI ist eine technisch präzise Variante der FUE-basierten Haartransplantation, die potenzielle Vorteile bei Kontrolle und Platzierung einzelner Follikel bietet. Zugleich ist sie anspruchsvoll, nicht für jeden geeignet und mit typischen chirurgischen Risiken verbunden. Wie bei allen ästhetisch-medizinischen Eingriffen sind individuelle Voraussetzungen, realistische Erwartungen und qualifizierte Durchführung entscheidend für den Nutzen.
Literaturverzeichnis
- Rassman WR, Bernstein RM – Follicular Unit Extraction: Minimally Invasive Surgery for Hair Transplantation – Dermatologic Surgery – 2002
- Unger W, Shapiro R – Hair Transplantation – New England Journal of Medicine – 2004
- Limmer BL – Elliptical donor stereoscopically assisted micrografting as an approach to further refinement in hair transplantation – Dermatologic Surgery – 1994
- Bhatti A, Nawaz N – Techniques of Hair Transplantation – Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery – 2018
- European Medicines Agency (EMA) – Medical devices: regulatory overview – EMA – 2023
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